Film & Region
Bald bei uns im Programm - Formen moderner Erschöpfung

Formen moderner Erschöpfung
Die Erzählung von zwei Menschen, die ihre Krise durchleben, trifft auf die Realität im letzten Sanatorium seiner Art. Seit über hundert Jahren kommen Menschen an diesen Ort, die auf Heilung hoffen. So auch Nina und Henri, beide in der Lebensmitte, ausgebrannt und aus verschiedenen Milieus. Zwischen Speisesaal, Liegekur und Therapie kreuzen sich ihre Wege, in einer Zeit des Ringens um den eigenen Seelenfrieden. Das Haus schneit ein und alles wird langsam und leise. Die Geister und Geschichten aus den langen Korridoren werden zum Begleiter ihrer Tage. Während die zwei sich die Leviten lesen und ihre Einsamkeit vergessen wollen, gräbt eine Historikerin im Hausarchiv nach Dokumenten aus der Frühzeit der Kuranstalt. Sie erforscht das Sanatorium als Knotenpunkt moderner Erschöpfungsgeschichte und spannt für eine Dissertation einen Bogen von der Neurasthenie zur „inneren Unruhe“ der Gegenwart. Das Haus wird zum Schauplatz für eine Archäologie der Erschöpfung.
Statement
des Regisseurs: "Ich wollte schon lange einen Film machen, in dem sich
das «erschöpfte Individuum» an einem Ort, außerhalb aller Orte
wiederfindet und in dem es um diese rätselhafte Schwäche geht. Und bald
war auch der einzig wahre Schauplatz dafür gefunden: ein altes
Sanatorium mitten im Harz, dass nun zum Protagonisten seiner eigenen
Geschichte wird."
In Braunlage im Harz befindet sich das letzte Sanatorium Deutschlands,
die Klinik Dr. Barner, wo seit mehr als 100 Jahren erschöpfte Menschen
nach Ruhe und Heilung suchen. In Kooperation mit der Klinikbelegschaft
taucht Sascha Hilpert tief in die Geschichte des Sanatoriums und
Jahrzehnte der Erschöpfung ein. Die Personen im Film sind echte
Therapeut*innen und Pfleger*innen. Die Patienten und Patientinnen werden
von Schauspieler*innen gespielt, unter anderem die Hauptdarstellenden,
Birgit Unterweger (Bestes Schauspiel Achtung Berlin Filmfestival) und
Rafael Stachowiak, als Nina und Henri. Mit seinem einzigartigen Konzept
mischt "Formen Moderner Erschöpfung" die Grenzen zwischen Dokumentar-
und Spielfilm und kreiert damit einen ebenso erhellenden, wie auch
berührenden Blick auf mentale Gesundheit und Klinikalltag.


